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Kalo: Die Trinkwasserprüfung bleibt eine zwingende Maßnahme

Dienstleister legt Ergebnissee aus 160.000 Beprobungen in rund 19.000 Liegenschaften und 450 Gefährdungsanalysen vor

Nach 160.000 bundesweit durchgeführten Trinkwasseruntersuchungen in rund 19.000 Liegenschaften und rund 450 Gefährdungsanalysen, die mit eigenen Fachleuten durchgeführt wurden, legt Kalo, der Dienstleister für die Wohnungswirtschaft, statistisch belastbares Material vor. Bei ca. 10 Prozent aller Untersuchungen wurde festgestellt, dass der technische Maßnahmewert überschritten wurde. Oftmals war dies auf Anlagenmängel im Trinkwassersystem zurückzuführen.

In insgesamt 2.109 Liegenschaften traten positive Befunde auf, in 1.255 Liegenschaften lag eine geringe Kontamination von 101 bis 1.000 KBE vor. Nur in 125 Liegenschaften wurde der technische Maßnahmewert von 10.001 KBE/100 ml überschritten und somit eine extrem hohe Kontamination festgestellt. „Es gibt über zehn verschiedene Arten von Mängeln, die bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmewertes immer wieder festgestellt werden“, erklärt Volker Eck, Mitglied der Kalo-Geschäftsleitung, „am häufigsten fehlen Wartungshinweise und -dokumentationen.“ (Abbildung 1) In diesen Fällen wurden in den betroffenen Liegenschaften keine Hinweise oder Dokumentationen von Wartungs- und Instandhaltungsmaßahmen der relevanten Bauteile des Trinkwassersystems (z.B. Trinkwasserwärmer, Sicherheitseinrichtungen, Feinfilter usw.) vorgefunden. Darüber hinaus fehlte ein Betriebshandbuch.

„Fehlende Strangulierventile in 73 Prozent der begutachteten Liegenschaften und kein hydraulischer Abgleich sogar in 80 Prozent der untersuchten Fälle, gehörten zu weiteren häufig auftretenden Mängeln, die wir festgestellt haben“, so Eck weiter. Hier wurde nachgewiesen, dass oftmals innerhalb einer Liegenschaft hohe Temperaturschwankungen in den einzelnen Strängen vorliegen, so dass manche Stränge von Legionellen befallen sein können und andere nicht. (Abbildung 2) In fast drei Viertel der durchgeführten Gefährdungsanalysen wurden in der Peripherie des Trinkwassersystems Entnahmestellen (z.B. Waschbecken im Heizungskeller) vorgefunden, die selten benutzt wurden, so dass das Trinkwasser in den Stichleitungen stagnierte und das Legionellenwachstum gefördert wurde. Lückenhafte bis hin zu fehlender Wärmedämmung in 70 Prozent der durchgeführten Gefährdungs- analysen sowie zu niedrige Betriebstemperaturen in 67 Prozent der Fälle gehörten ebenfalls zu den Mängeln, die am häufigsten auftraten. „Die Kaltwassertemperatur lag in einem Fall bei 34,8°C! Häufig ist der Grund für zu hohe Kaltwassertemperaturen die mangelnde oder fehlende Dämmung von Kalt- und Warmwasserleitungen“, erläutert Volker Eck. Insgesamt sei es wichtig, auch die Kaltwasser- temperaturen zu überprüfen, da diese Anlagen in zahlreichen Fällen nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und eine Gefahr für die Gesundheit der Bewohner darstellen.

„Unsere Untersuchungen haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass Trinkwassersysteme gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik erstellt und betrieben werden, so dass es zu keiner Verkeimung kommt“, resümiert Volker Eck. „Es genügt nicht, eine Anlage einmalig zu überprüfen und auf den Stand der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu bringen. Es ist wichtig, dass der Anlagenbetrieb regelmäßig überprüft wird, da immer die Gefahr besteht, dass einmal eingestellte Parameter von Dritten verändert werden, oder sich der Betrieb durch Umbau- oder Instandhaltungsmaßnahmen verändert. “

Abbildung 1: Prozentuale Verteilung der Mängel bei Überschreitung des technischen Maßnahmewertes.

Abbildung 2: Fehlende Strangulierventile/Hydraulischer Abgleich – Übersicht Temperaturschwankungen.

Foto: Um einen Legionellenbefall bei hydraulisch ungünstig liegenden Strängen zu vermeiden, empfehlen Experten die Nachrüstung mit Strangregulierventilen.


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