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KALO-Geschäftsführer Dr. Dirk Then im Interview mit dem Standpunkt 2022

„Die Digitalisierung des Gebäudesektors ist alternativlos“, ist Dr. Dirk Then, KALO-Geschäftsführer,  überzeugt. Denn wenn wir es ernst meinen mit Energieeinsparung und Klimaschutz, dann ist eine intelligente Vernetzung der Immobilie unabdingbar.
 

Herr Dr. Then, wir alle sind dazu auf gerufen, Energie zu sparen. Inwieweit kann die Digitalisierung dabei helfen?
Die Digitalisierung und unser persönliches Verbraucherverhalten sind entscheidend, wenn es darum geht den Klimaschutz im Gebäudesektor voranzubringen. Davon bin ich überzeugt. Bisher war die deutsche Klimaschutzstrategie auf die Gebäudephysik und -technik fokussiert. Mit baulichen Optimierungen allein können wir aber die Klimaschutzziele nicht erreichen. Wir benötigen eine intelligente Vernetzung der Immobilie, eine transparente, regelmäßige Verbrauchsdatenerfassung sowie informierte und motivierte Bewohner, die steuernd und damit verbrauchsoptimierend eingreifen können.

Was bringt die intelligente Vernetzung?
Die intelligente Vernetzung bringt nicht nur mehr Komfort für die Bewohner, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten, klimafreundlicher zu agieren. Lassen Sie mich einige Beispiele nennen. Wir verfügen mittlerweile über die technischen Voraussetzungen, Verbräuche intelligent zu erfassen. Stromzähler werden zu Smart Metern und kommunizieren unter Einsatz eines Smart-Meter-Gateways, kurz SMGW, hochsicher. Verbrauchsdaten lassen sich damit viel kurzfristiger abrufen. Das hilft zum Beispiel Netzbetreibern den wachsenden Anteil erneuerbarer, aber volatiler Energie aus Sonne und Wind ein zubinden, ohne die Netzstabilität zu gefährden. Neben Stromzählern können über das SMGW aber auch Gaszähler so wie Verbrauchserfassungsgeräte für Wärme und Wasser auf Wohnungsebene fernabgelesen werden. Die gebündelte Ablesung, das sogenannte Multi-Metering, vereinfacht Prozesse, vermeidet Doppelstrukturen im Gebäude und erhöht die Datentransparenz als Voraussetzung für Ressourceneinsparung. Denn nur wer seinen Verbrauch kennt, kann ihn auch reduzieren. Über das SMGW können zu dem weitere Anlagen, Sensoren und digitale Anwendungen vernetzt und aktiv gesteuert werden. So kann das SMGW beispielsweise mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage kommunizieren und dafür sorgen, dass das Elektroauto erst dann geladen wird, wenn die Solarmodule gerade übermäßig Stromprodu zieren. Die intelligente Vernetzung im Gebäude ist also die Grundlage für das Management von Verbrauch und Erzeugung. Aber auch auf Ebene der Bewohner bietet die Digitalisierung und Vernetzung effiziente Steuerungsmöglichkeiten, etwa durch smarte Thermostate, die nachts oder wenn der Bewohner seine Wohnung verlässt automatisiert herunterfahren. Verbunden mit der intelligenten und bedarfsgerechten Steuerung der Heizanlage selbst, ermöglicht die Vernetzung hohe Einsparungen im Bereich des Wärmeverbrauchs.

Welche Rolle spielt der Verbraucher, also in diesem Fall der Bewohner?
Dem Bewohner kommt eine entscheidende Rolle zu. Ich habe gerade die erhöhte Datentransparenz angesprochen. Diese betrifft nicht nur die Netzbetreiber,sondern insbesondere auch den Bewohner. Der konnte seine Verbräuche bishernur einmal im Jahr in der Endabrechnung einsehen. Durch die Digitalisierung der Prozesse können die Daten nun unterjährig, zum Beispiel in einer App, abgerufen werden. So kann der Bewohner schnell reagieren und seinen Verbrauch optimieren. Die Studie „Die Rolle des Mieters im wohnungswirtschaftlichen Klimaschutz“ zeigt, dass die überwiegende Anzahl der Mieter die eigene Mitverantwortung anerkennt und bereit ist, einen Beitrag zu leisten. Gewünscht werden dafür beispielsweise bessere Verbrauchsinformationen sowie eine effektivere Wärmesteuerung der Wohnungen.

Was bedeutet das für den Gebäudeeigentümer?
Der Gebäudeeigentümer steht vor einer riesigen Aufgabe. Deutschland muss laut Klimaschutzgesetz bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein. Das gilt selbstverständlich auch für den Gebäudesektor. Wie eingangs erwähnt, reichen die bisherigen Bemühungen nicht aus. Die Digitalisierung der Immobilien ist also über kurz oder lang alternativlos. Mit Blick auf die Verpflichtungen, die sich aus der novellierten Heizkostenverordnung ergeben, wie Fernablesbarkeit und Interoperabilität, dürfte der Einbau eines SMGWs bei vielen in Kürze anstehen. Ist dieses digitale Herz der intelligenten Immobilie erst einmal eingebaut, ist alles möglich. Wir unterstützen unsere Kunden gern mit unserer Expertise, unserer Funkinfrastruktur, unseren Geräten und nicht zuletzt auch mit den entsprechenden Kunden- und Bewohner-Plattformen wie der App „Kalo Home“. Ich kann jeden nur einladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Die Klimaschutzziele erreichen wir nur gemeinsam.

Das Interview erschien im Magazin Standpunkt 2022 | PDF


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