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Messwesen im Wandel: Chancen und Perspektiven der Digitalisierung

Werden Smart Metering, Smart Home, Smart Building und Submetering über das Smart Meter Gateway vernetzt, entsteht eine umfassende Datenbasis als Grundlage für intelligente Anwendungen und Mehrwertdienste – so die Theorie. Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigt Kalo bei Projekten in Berlin und Rüsselsheim.

In der Bundeshauptstadt stattet Kalo seit Ende 2018 rund 18.000 Wohneinheiten der Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft mit modernster AMR-Technologie (Automatic Meter Reading) im OMS-Standard (Open Metering System) aus. Das Ziel: die digitalisierte und automatisierte Zukunft des Wohngebäudes. OMS-zertifizierte Geräte ermöglichen die Übertragung zwischen verschiedenster Hardware dank offener Funkstandards. AMR sorgt für die automatische und verschlüsselte Funkübertragung der Verbrauchsdaten von Wärme und Wasser aus den Liegenschaften. Im Zusammenspiel entsteht ein nicht-proprietäres Funksystem, bei dem die Datenhoheit jederzeit beim Kunden liegt.

Vollautomatische Übertragung der Verbrauchsdaten

Welche Vorteile durch das moderne Funksystem für die Wohnungswirtschaft entstehen, zeigt sich unter anderem am Beispiel der Erstellung der Heiz- und Betriebskostenabrechnung: Die intelligente Technik ermöglicht die vollautomatische Übertragung der Verbrauchsdaten aus den Liegenschaften in das Netzwerk der Kalo, wo sie eine Vielzahl von Plausibilitätsprüfungen durchlaufen. Daraufhin werden Ergebnismitteilungen erstellt, die automatisch über eine gemeinsam genutzte Datenplattform in das System der Gewobag eingespielt werden. Die Erstellung der finalen Heizkostenabrechnung erfolgt anschließend direkt im System des Wohnungsunternehmens. Der automatisierte Prozess ist effizient, erhöht die Qualität der Daten und gewährleistet eine schnelle und vor allem rechtssichere Abrechnungserstellung.

Datenplattform als Informations- und Steuerungszentrale

Die gemeinsame Datenplattform wird allerdings nicht nur für die Abrechnung verwendet. Auch Informationen zum Montage- und Gerätestatus der Mess- und Erfassungstechnik werden dort angezeigt. Außerdem können hierüber automatisch Aufträge für den technischen Kundendienst generiert werden. Die ausgetauschten Daten sind dank Verschlüsselung jederzeit sicher. Nicht zuletzt dient die Plattform auch als Grundlage für weitere intelligente Anwendungen, die auf Basis der erhobenen Daten entwickelt werden können und so Mehrwerte für den Kunden generieren – z. B. Mieterportale.

Spartenübergreifende Bündelung mittels Smart Meter Gateway

In Rüsselsheim geht Kalo noch einen Schritt weiter. Dort stattet der Hamburger Full-Service-Messdienstleister gemeinsam mit Schwesterunternehmen der noventic group die frühere Hewlett-Packard-Zentrale mit zukunftsweisender, interoperabler Mess- und Kommunikationsinfrastruktur aus. Das ausgediente Bürogebäude wird derzeit von der Allegron-Gruppe, einem Bad Emser Immobilienentwickler, zu einer Wohnimmobilie umgebaut – und künftig besonders smart. Statt durch diverse Ablesetermine beeinträchtigt zu werden und Verbrauchsinformationen nur mit der jährlichen Rechnungsstellung zu erhalten, können die zukünftigen Bewohnern mittels der leicht zu bedienenden App „Cards“ die eigenen Energieverbräuche jederzeit einsehen. Dazu bündelt Kalo spartenübergreifend die Verbrauchsdatenerfassung und die Abrechnung über ein Smart Meter Gateway des strategischen Partners PPC (Power Plus Communications AG). Das Unternehmen ist der erste und bisher einzige Smart Meter Gateway-Hersteller, der die gesetzlich vorgeschriebene Common Criteria-Zertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erhalten hat.

Unterjährigen Verbrauchsinformation

Mit der Verbrauchsvisualisierung bietet die Cards-App dem Anwender volle Transparenz bei seinem Energiebedarf. Damit erfüllt sie auf besonders innovativem Wege schon jetzt die Voraussetzungen der novellierten EU‑Energieeffizienzrichtlinie (EED), die ab 2022 monatliche Verbrauchsinformationen an  Mieter verpflichtend macht. Ergänzt wird die Anwendung durch individuelle Benchmark-Sets, die dem Wohnungsnutzer den durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Wohnungen anzeigen. Außerdem enthält die App hilfreiche Alltagstipps, die zusätzlich zum Energie- und Kostensparen motivieren.

Die erhobenen Daten sind darüber hinaus Grundlage für weitere Mehrwerteleistungen im Bereich Smart Building, wie beispielsweise Anwendungen im Bereich Ambient Assisted Living (AAL). AAL steht für Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die mittels digitaler Technologien die Lebensqualität für Menschen im Alter erhöhen und einen längeren Verbleib in der gewohnten Wohnumgebung ermöglichen. Ein Beispiel: Weicht ein allein wohnender, älterer Mieter überraschend von seinem normalen Tagesrhythmus ab, indem er am Vormittag noch kein Wasser für die Dusche oder das Kaffeekochen verbraucht hat, kann dies von einem intelligenten System erfasst und ein Angehöriger via Push-Mitteilung informiert werden. Dieser kann dann klären, ob es der betroffenen Person gut geht.

Heute schon an morgen denken

Die Digitalisierung des Messwesens eröffnet der Wohnungswirtschaft zahlreiche Chancen und Perspektiven. Die Grundlage hierfür bildet das nicht-proprietäre Funksystem, realisiert durch AMR-Technologie im OMS-Standard, wie Kalo bei Projekten in Berlin und Rüsselsheim aufzeigt. Das System ermöglicht nicht nur effizientere Prozesse durch intelligente Anwendungen, sondern ist auch die Basis für zahlreiche Mehrwertdienste. Anwendungen aus dem Bereich Smart Home oder Smart Building können über die hochverfügbare und sichere Kommunikationsinfrastruktur kostenneutral eingebunden werden. Unternehmen, die sich schon jetzt mit der Digitalisierung ihrer Messtechnik beschäftigen und den Blick in diesem Bereich bewusst in die Zukunft richten, können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und zukünftigen Anforderungen gelassen entgegensehen.


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